Kranichrast in Nordvorpommern

Kraniche (grus grus) beim äsen auf Wiese
Kraniche (Grus grus) beim äsen auf Wiese

Auf ihrem Zug zu ihren Brutgebieten rasten zehntausende Kraniche an der mecklenburgischen Boddenküste. Ein beeindruckendes Natuschauspiel und ausgezeichnete Gelegenheit für Foto- und Videoaufnahmen.

Infos zur Kranichrast

Kranich-Informationszentrum Groß Mohrdorf
www.kraniche.de

natureMotion

Fotos und Videos über Kraniche

Es ist kalt, lausig kalt.

Trotz dicker Kleidung, Mütze und Handschuhe zittern mir Hände und Beine. Seit 6 Uhr sitze ich nun, mehr oder weniger unbeweglich, in einer winzigen Holzhütte von knapp einsvierzig Höhe und starre durch das Objektiv hinaus auf die umliegende Wiese. Im fahlen Licht des anbrechenden Tages sind dort gut 400 Kraniche gelandet und stehen dicht beieinander an einer großen Pfütze etwa 150 Meter entfernt. Ihr lautes Trompeten übertönt sogar das Rauschen des Windes, der an diesem Morgen heftig an den Sichtluken meines Fotoverstecks rüttelt.

Optimale Bedingungen für Kraniche und Naturfotografen

Ich bin hier um Kraniche zu filmen und zu fotografieren. Auf dem Zug von ihren Winterquartieren im warmen Spanien zu den Brutgebieten im nördlichen Skandinavien, machen einige Zehntausend der imposanten Vögel Rast an der Boddenküste im nördlichen Mecklenburg-Vorpommern. Für ein bis zwei Wochen unterbrechen sie ihre Reise und fressen sich neue Kraftreserven für die restlichen 1500 Flugkilometer an. Nordvorpommern bietet den Kranichen dafür optimale Bedingungen: geschützte Schlafplätze auf den Inseln der Boddenküste und weite Ackerflächen auf dem dünn besiedelten Festland. Hierhin schwärmen die Tiere jeden Morgen in kleineren Trupps aus, fressen den ganzen Tag und kehren bei Sonnenuntergang zurück.

Kranichrast in Nordvorpommern | Video bei Vimeo anschauen

Um den Verlust an Saatgut für die Landwirte zu begrenzen, wurden mehrere Ablenkungsfütterungsflächen eingerichtet. Hier wird regelmäßig Mais ausgebracht, und dieses Angebot lassen sich die Kraniche nicht entgehen. Neben dem obligatorischen Beobachtungsstand am Rand der Fläche, wurden zusätzlich mitten drin drei feste Fotoverstecke aufgestellt, die von interessierten Naturfotografen gegen eine Spende tageweise gemietet werden können. Hier habe ich die einmalige Gelegenheit Kraniche aus nächster Nähe zu beobachten.

 

22. April 2010 | Fotografie, Videoproduktion, Werkstattbuch | 192 views

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